Vom Alexandrinenturm zur Alexandrinenhütte

Eine kleine Zeitreise

Mirsdorf - Noch zu Zeiten der Monarchie am 3. Mai 1902 beschloss das „Komitee patriotischer Männer“ anlässlich des 50. Jahrestages nach Einführung des Staatsgrundgesetzes durch Herzog Ernst II. den Bau eines Turmes auf der Sennigshöhe. Nach Grundsteinlegung 1905 konnte er bereits am 27. Mai 1906 seiner Bestimmung übergeben werden und wurde nach der Gattin des Herzogs,  Alexandrine von Baden, benannt. Die Initiative zum Bau des Turmes wurde damals durch den Hauptvorstand des Thüringerwald-Vereins mit 500 Mark in der Erwartung unterstützt, dass man auch in Coburg einen Zweigverein gründen würde. Die Hoffnung wurde erfüllt und der Thüringerwald- Verein-Coburg e.V. konstituierte sich am 25. Mai 1907. Die 14 Gründer stellten somit den 156. Zweigverein mit insgesamt 16.022 Mitgliedern.

30 Jahre lang war der Alexandrinenturm am höchsten Aussichtspunkt des Coburger Landes (523 m) bevorzugtes Ausflugsziel. Nach kriegs- und nachkriegsbedingter Vernachlässigung wurde der Turm wegen Baufälligkeit am 22. März 1936 gesprengt. Auf Vorschlag des damaligen Regierungsinspektors im Referat für Heimat und  Naturschutz und zugleich 1. Vorsitzenden des Thüringerwald-Vereins Coburg, Carl Escher, wurde auf den Grundmauern eine „Hütte für Wanderer“ unter der Maßgabe errichtet, dass sich der Thüringerwald-Verein-Coburg um die Betreuung dieser Hütte kümmert. Bereits am 18. Juli 1936 konnte das neue Wanderheim eingeweiht werden.

Die deutsche Trennung machte 1945 die Eigenständigkeit des Vereines notwendig und man beschloss im freundschaftlichen Einvernehmen beim Thüringerwald-Verein zu bleiben und dessen Interessen beim Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine als unmittelbares Mitglied wahrzunehmen.

Seit 1936 hat der Thüringerwald-Verein die Alexandrinenhütte in behördlichem Auftrag betreut. Mit Wirkung zum 01. August 1952 wurde die Hütte dem Verein in einer Schenkung übereignet um „dem Thüringerwald-Verein auf grenznahem Boden eine Heimatstätte zu geben, von der aus sich seine Aufgabe fruchtbar entfalten kann, in der Pflege des Wanderns und der Naturliebe, des Heimatgedankens und des in ihm wurzelnden Kulturbewußtseins weitesten Kreisen die Schönheit unseres Coburger Landes zu erschließen.“

Die Grenze ist verschwunden und längst wieder in einem gemeinsamen Hauptverein verbunden, betreut der Thüringerwald-Verein-Coburg bis heute die Alexandrinenhütte ehrenamtlich als Wanderheim der offenen Tür für jedermann. Und als beliebtes Ausflugsziel am höchsten Punkt im Coburger Land ist die Hütte mit schöner Aussicht Treffpunkt für Naturliebhaber und Wanderfreunde.

Quellen: wikipedia und Chronik
Thüringerwald-Verein-Coburg

Drucken